87. Jahresbericht 2016/17

BIS Annual Economic Report  | 
25. Juni 2017
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Der gegenwärtige Wirtschaftsaufschwung bietet eine Chance zur Stärkung der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit, schreibt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrem am Sonntag veröffentlichten 87. Jahresbericht. Unter anderem muss die Fähigkeit der Weltwirtschaft verbessert werden, Schocks zu verkraften und sich neuen Trends anzupassen. Zudem muss dem Entstehen neuer Ungleichgewichte vorgebeugt werden.

Jahresbericht - Kapitel zur WirtschaftsentwicklungÜberblick | alle Kapitel (162 Seiten)

Reden und Präsentationen zum Jahresbericht von Jaime Caruana, Generaldirektor; Claudio Borio, Leiter der Währungs- und Wirtschaftsabteilung; Hyun Song Shin, Volkswirtschaftlicher Berater und Leiter Wirtschaftsforschung

Kommentare von Claudio Borio und Hyun Song Shin anlässlich der Telefonkonferenz für die Medien am 21. Juni 2017.

87. Jahresbericht in Kapiteln

Im vergangenen Jahr hat die Weltwirtschaft weiter an Fahrt gewonnen. Das Wachstum nähert sich dem langfristigen Durchschnitt, die Arbeitslosenquoten sind in Richtung ihrer Vorkrisenwerte gefallen, und die Inflationsraten bewegen sich weiter auf die Zielwerte der Zentralbanken zu. Angesichts der kurzfristigen Aussichten, die so gut sind wie lange nicht mehr, werden im diesjährigen BIZ-Jahresbericht vier Risiken untersucht, die die Nachhaltigkeit des Wachstums auf mittlere Sicht bedrohen könnten: ein Anstieg der Inflation, schwerwiegende finanzielle Anspannungen, wenn der Finanzzyklus seinen Höhepunkt erreicht, eine Abschwächung von Konsum und Investitionen, insbesondere aufgrund der hohen Schuldenlast, und ein zunehmender Protektionismus. More...
Die Finanzmärkte waren mit einem sich wandelnden politischen Umfeld konfrontiert, während sich die wirtschaftlichen Bedingungen verbesserten. Die Marktteilnehmer wurden von mehreren politischen Ereignissen überrascht und mussten sich rasch ein Bild von dem Richtungswechsel in der Politik und den entsprechenden wirtschaftlichen Auswirkungen machen. So richtete sich die Aufmerksamkeit verstärkt auf politische Ereignisse, und die Geldpolitik rückte in den Hintergrund. Eine logische Konsequenz dieser Neuorientierung waren Änderungen der herkömmlichen Korrelations- und Risikomuster. More...
Die globale Konjunktur zog im Berichtsjahr deutlich an, und Anfang 2017 verzeichneten praktisch alle großen Volkswirtschaften einen Aufschwung. Ein wesentlicher Bestimmungsfaktor der Gesamtnachfrage war der Konsum, aber auch die Investitionen der Unternehmen ließen Anzeichen einer Erholung erkennen. Gleichzeitig deuteten rückläufige Messgrößen der wirtschaftlichen Unterauslastung darauf hin, dass die Expansion allmählich ihren Höhepunkt erreichte. Viele Länder befanden sich in der Aufschwungphase des Finanzzyklus, was die Konjunktur unterstützte. More...
Die Geldpolitik blieb im Allgemeinen äußerst akkommodierend, mit weiterhin sehr niedrigen nominalen und realen Zinssätzen und hohen oder sich erneut ausweitenden Zentralbankbilanzen. Vor dem Hintergrund eines sich festigenden Wachstums rückte die Inflationsentwicklung in den Mittelpunkt geldpolitischer Entscheidungsprozesse. Während sich die Inflationsraten immer mehr an Werte annäherten, die mit den Preisstabilitätszielen der jeweiligen Zentralbanken übereinstimmen, stellte sich die Frage, ob die beträchtliche Zunahme der Auslastung an den Arbeitsmärkten mit Aufwärtsrisiken für die Inflation verbunden sein könnte. More...
Der Finanzsektor operiert in einem sich aufhellenden, aber weiterhin schwierigen Umfeld. Der kurzfristige Wirtschaftsausblick hat sich erheblich verbessert. Gleichzeitig jedoch verharren die Zinsmargen der Finanzintermediäre in allen wichtigen Volkswirtschaften auf einem niedrigen Niveau, und die Branche kämpft mit strukturellen Herausforderungen wie technologischer Innovation und Konsolidierungsdruck. Die Hauptelemente der Regulierungsreformen stehen kurz vor dem Abschluss. Den Banken und anderen Finanzinstituten bietet sich somit die Chance, ihre Widerstandskraft weiter zu stärken. More...
Die Globalisierung der Wirtschaft hat in den letzten 50 Jahren zu einer erheblichen Verbesserung des Lebensstandards und sinkender Armut geführt. Die stärkere Handelsintegration ist eng mit der zunehmenden Finanzintegration verknüpft: Der internationale Handel stützt sich nicht nur auf Finanzbeziehungen, er bringt auch neue hervor. Die internationalen Handels- und Finanzbeziehungen haben zu mehr Wettbewerb und zu Technologietransfers geführt, was wiederum Effizienzsteigerungen und eine höhere Gesamtproduktivität ermöglicht hat. More...