Wichtigste Erkenntnisse zum weltweiten Finanzgeschäft

BIS Quarterly Review  | 
18. September 2016
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  • Im ersten Quartal 2016 erhöhten sich die internationalen Bankforderungen (grenzüberschreitende Forderungen zuzüglich Inlandsforderungen in Fremdwährung) erstmals seit Ende März 2015. Im Vorjahresvergleich nahmen die internationalen Bankforderungen jedoch um 4,5% ab, bedingt durch eine Schrumpfung der Interbankforderungen um 8% in den zurückliegenden 12 Monaten.
  • Der Bestand an internationalen Schuldtiteln stieg angesichts eines positiven Nettoabsatzes im ersten und zweiten Quartal 2016 weiter an. Ende des zweiten Quartals 2016 lag der Bestand an internationalen Schuldtiteln um 2,1% über dem entsprechenden Vorjahreswert.
  • Die Jahreswachstumsrate sowohl von grenzüberschreitenden US-Dollar-Krediten an Schuldner außerhalb der USA als auch von grenzüberschreitenden Euro-Krediten an Schuldner außerhalb des Euro-Raums wurde im ersten Quartal 2016 negativ. Es war der erste Rückgang seit 2009 bei Dollar-Krediten und der erste Rückgang seit 2014 bei Euro-Krediten.
  • Die auf US-Dollar lautende internationale Kreditvergabe (Bankkredite zuzüglich Schuldtiteln) an Nichtbanken in aufstrebenden Volkswirtschaften ging im ersten Quartal 2016 erneut zurück (-$ 33 Mrd.), der dritte Quartalsrückgang in Folge. Der ausstehende Bestand nahm bis Ende März 2016 auf $ 3,2 Bio. ab.
  • Die grenzüberschreitenden Bankforderungen an Schuldner in China gingen im ersten Quartal um $ 63 Mrd. zurück. Der Rückgang war schwächer als in den vorherigen Quartalen, aber die Jahreswachstumsrate sank dennoch auf -27%.
  • Die Mittelaufnahme über die internationalen Schuldtitelmärkte war robuster als die Kreditaufnahme über Banken, wobei sich im ersten Quartal 2016 der Nettoabsatz von Schuldnern des Finanzsektors in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften belebte, während im zweiten Quartal 2016 der Nettoabsatz von Schuldnern in den aufstrebenden Volkswirtschaften hoch war.
  • Der mittelfristige Trend zu einer stärkeren Verwendung des Euro als Finanzierungswährung durch Schuldtitelemittenten des Nichtfinanzsektors setzte sich fort, ungeachtet einer Erholung des Schuldtitelabsatzes in US-Dollar im zweiten Quartal 2016.
  • Das britische EU-Referendum vom Juni 2016 hat die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, wie stark Banken im Vereinigten Königreich in das globale Bankensystem im Allgemeinen und in das restliche Europa im Besonderen eingebunden sind. Das grenzüberschreitende Geschäft von im Vereinigten Königreich ansässigen Banken ist erheblich größer als das grenzüberschreitende Geschäft von Banken mit Hauptsitz im Vereinigten Königreich. Ende März 2016 lauteten 33% der grenzüberschreitenden Forderungen von im Vereinigten Königreich ansässigen Banken auf Euro (Kasten A, "Das Vereinigte Königreich als ein Zentrum des internationalen Bankgeschäfts").
  • Aus den Ergebnissen der jüngsten 3-jährlichen Zentralbankerhebung der BIZ über das Geschäft an den Devisen- und Derivatmärkten geht hervor, dass der außerbörsliche Derivathandel in den letzten Jahren weiter stark gewachsen ist, während das Geschäftsvolumen an den Derivatbörsen keinen eindeutigen Trend aufwies (Kasten B, "Börsen haben Mühe, Derivatgeschäfte vom außerbörslichen Handel an sich zu ziehen").