BIZ-Quartalsbericht, März 2015

18. März 2015

BIZ-Quartalsbericht vom März 2015: Eine neue Welle der geldpolitischen Lockerung.

On-the-Record-Kommentare von Claudio Borio, Leiter der Währungs- und Wirtschaftsabteilung, und Hyun Song Shin, Volkswirtschaftlicher Berater & Leiter Wirtschaftsforschung, anlässlich der Medienorientierung am 16. März 2015.

Internationales Bankgeschäft und internationale Finanzmärkte

Eine neue Welle der geldpolitischen Lockerung
Weitgehend unerwartet rückte an den globalen Finanzmärkten in den vergangenen Monaten eine Welle geldpolitischer Lockerungen in den Vordergrund. Angesichts einbrechender Ölpreise und zunehmender Spannungen am Devisenmarkt setzten Zentralbanken sowohl in fortgeschrittenen als auch in aufstrebenden Volkswirtschaften ihre Stimulierungsmassnahmen fort. Die EZB kündigte ein erweitertes Programm zum Ankauf von Vermögenswerten an, das die Erwartungen der Marktteilnehmer an Umfang und ... More...
Wichtigste Erkenntnisse zum weltweiten Finanzgeschäft
Das internationale Bankgeschäft nahm im dritten Quartal 2014 weltweit erneut zu, nach einer Wende im ersten Quartal. Mit teilweise verbesserten Wirtschaftsaussichten und der weiteren Erholung im Bankensektor gewann die internationale Bankkreditvergabe in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften an Dynamik. In aufstrebenden Volkswirtschaften, insbesondere in Asien, blieb sie kräftig. More...

Features

Die Kosten von Deflationen aus historischer Perspektive
Deflation - sinkende Preise von Gütern und Dienstleistungen - weckt Besorgnis, weil sie als äusserst kostspielig gilt. In diesem Feature werden historische Daten zur Beziehung zwischen Wirtschaftswachstum und Deflation in einer Stichprobe von bis zu 38 Volkswirtschaften über einen Zeitraum von 140 Jahren untersucht. Die Daten lassen darauf schliessen, dass diese Beziehung schwach ist und sich weitgehend auf die Weltwirtschaftskrise beschränkt. Ein robusterer Zusammenhang scheint jedoch zwischen Wirtschaftswachstum und Vermögenspreisdeflation zu bestehen, insbesondere während Immobilienpreisdeflationen in der Nachkriegszeit. Es konnten keine Hinweise darauf gefunden werden, dass eine hohe Verschuldung zu kostspieligeren Preisdeflationen bei Gütern und Dienstleistungen - sog. Schuldendeflationen - geführt hätte. Die schädlichste Wechselwirkung scheint vielmehr zwischen Immobilienpreisdeflationen und privater Verschuldung zu bestehen. More in English...
Öl und Verschuldung
Insgesamt belaufen sich die Schulden der Öl- und Gasbranche weltweit auf etwa $ 2,5 Bio. - 2,5-mal so viel wie Ende 2006. Der jüngste Ölpreisverfall stellt einen deutlichen Wertverlust der den Schulden gegenüberstehenden Aktiva dar, was Preisentwicklungen eine neue Dimension verleiht. Wie bei anderen Anpassungsepisoden, die durch einbrechende Vermögenspreise ausgelöst wurden, könnte auch hier eine höhere Verschuldung die Preisdynamik beim Öl noch verstärkt haben. Die hohe Schuldenlast des Ölsektors erschwert überdies die Einschätzung der makroökonomischen Folgen des Ölpreisrückgangs, wegen ihrer Auswirkungen auf Investitionsausgaben und Staatshaushalte, aber auch wegen der Wechselwirkungen mit einerm stärkeren US-Dollar. More in English...
(Weshalb) Sind die Investitionen schwach?
Trotz der sehr lockeren Finanzierungsbedingungen weltweit waren die Investitionen nach der Grossen Rezession recht schwach. Wie erklärt sich dieser scheinbare Widerspruch? Der Datenlage zufolge spielen historisch gesehen die Unsicherheit über die Wirtschaftsaussichten und die Gewinnerwartungen für Investitionen eine zentrale Rolle, während die Finanzierungsbedingungen von geringerer Bedeutung sind. Alles in allem haben sich die Investitionen nach der Grossen Rezession offenbar mehr oder weniger im Einklang mit früheren Gesetzmässigkeiten entwickelt. Eine stärkere Erholung bei den Investitionen dürfte von einem Abbau der Unsicherheit in Bezug auf die Wirtschaftsaussichten und von positiveren Wachstumserwartungen abhängen. More in English...
Finanzielle Inklusion: Fragestellungen für die Zentralbanken
Die finanzielle Inklusion - der Zugang zu Finanzdienstleistungen - nimmt weltweit zu, oft mit staatlicher Unterstützung. In diesem Feature werden die Folgen für Zentralbanken erörtert. Eine stärkere finanzielle Inklusion verändert das Verhalten von Unternehmen und Verbrauchern in einer Weise, die die Wirksamkeit der Geldpolitik beeinflussen könnte. Die Auswirkungen auf die Finanzstabilität dürften davon abhängen, auf welche Weise der verbesserte Zugang zu Finanzdienstleistungen erreicht wird. Risiken könnten entstehen, wenn der leichtere Zugang einem rasanten Kreditwachstum oder dem raschen Wachstum relativ wenig regulierter Segmente des Finanzsystems zuzuschreiben ist. More in English...
Im Wechsel der Gezeiten: Marktliquidität und Marktmachergeschäft bei Festzinsinstrumenten
Gemäss einem kürzlich erschienenen Bericht des Ausschusses für das weltweite Finanzsystem sind Anzeichen für erhöhte Fragilität und unterschiedliche Liquiditätsbedingungen an verschiedenen Festzinsmärkten festzustellen. Das Marktmachergeschäft konzentriert sich auf die liquidesten Wertpapiere, und die weniger liquiden Wertpapiere werden zunehmend ausser Acht gelassen. Hinter den Verschiebungen stehen zyklische (z.B. veränderte Risikoneigung) wie auch strukturelle (z.B. strengeres Risikomanagement oder verschärfte Regulierung) Faktoren, die sowohl das Angebot von als auch die Nachfrage nach Marktmacherdienstleistungen beeinflussen. Obgleich eine definitive Beurteilung der Marktfolgen schwierig ist, werden mehrere Massnahmen skizziert, die die Marktliquidität stärken könnten. More in English...

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