BIZ-Quartalsbericht, März 2014

9. März 2014

Laut BIZ-Quartalsbericht vom März 2014 reagieren aufstrebende Volkswirtschaften auf Marktdruck

Internationales Bankgeschäft und internationale Finanzmärkte

Aufstrebende Volkswirtschaften reagieren auf Marktdruck
Zum Jahreswechsel beschleunigte sich der Rückzug der Anleger aus den aufstrebenden Volkswirtschaften. Die verhaltenen Wachstumsaussichten in diesen Volkswirtschaften wichen weiterhin von der generell optimistischen Stimmung an den reifen Märkten ab, und der Strom billigen Geldes aus den USA wurde durch staatliche Massnahmen reduziert. More...
Wichtigste Erkenntnisse aus den internationalen BIZ-Statistiken
Die grenzüberschreitenden Forderungen der an die BIZ berichtenden Banken nahmen im dritten Quartal 2013 erneut ab. Die Interbankforderungen verzeichneten den stärksten Rückgang seit dem zweiten Quartal 2012, wobei dieser hauptsächlich auf konzerninterne Positionen entfiel. More...

Features

Struktur des Finanzsystems und Wachstum
Bis zu einem bestimmten Punkt fördern sowohl Banken als auch Märkte das Wirtschaftswachstum. Ist dieser Punkt erreicht, tragen weder eine Ausweitung der Kreditvergabe noch eine Mittelaufnahme am Markt zum realen Wachstum bei. Banken und Märkte unterscheiden sich jedoch deutlich, was ihren Einfluss auf die Eindämmung von Konjunkturschwankungen angeht. In einem normalen Abschwung tragen solide Banken dazu bei, den Schock abzufedern. Wenn jedoch eine Rezession mit einer Finanzkrise zusammenfällt, so die Autoren, sind die Auswirkungen auf das BIP dreimal gravierender in den Volkswirtschaften, die auf Banken ausgerichtet sind, als in denjenigen, die marktorientiert sind. More in English...
„Forward Guidance" und die Nullzinsgrenze
Vier bedeutende Zentralbanken haben neue Ansätze für die zukunftsgerichtete Zinsorientierung („Forward Guidance") eingeführt mit dem Ziel, die geldpolitischen Impulse an der Nullzinsgrenze zu verstärken. Im vorliegenden Feature werden diese Ansätze untersucht und ihre Wirkung beurteilt. Bisher scheint die Forward Guidance für eine geringere Volatilität bei den kurzfristigen Erwartungen hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Leitzinsen gesorgt zu haben. Weniger klar dagegen ist, wie sie sich auf die Höhe der erwarteten Zinssätze und auf die Reagibilität der Finanzmärkte auf Neuigkeiten auswirkt. Gleichzeitig bringt die Forward Guidance eine Reihe bedeutender Herausforderungen mit sich. Der bleibende Wert dieses Kommunikationsmittels wird letztlich davon abhängen, wie diese Herausforderungen bewältigt werden. More in English...
Die Lücke im Verhältnis Kreditvolumen/BIP und die antizyklischen Kapitalpolster: Fragen und Antworten
Basel III verwendet die Lücke zwischen dem Verhältnis Kreditvolumen/BIP und seinem langfristigen Trend als Richtschnur für die Festlegung der antizyklischen Kapitalpolster. Diese Ausrichtung wird in dreierlei Hinsicht kritisiert, und zwar in Bezug auf i) die Angemessenheit dieser Richtschnur angesichts des Zwecks, den das Kapitalpolster erfüllen soll, ii) die Eigenschaft der Richtschnur als Frühwarnindikator für Bankenkrisen (insbesondere in aufstrebenden Volkswirtschaften) und iii) praktische Messprobleme. Diese Kritik ist teilweise berechtigt, doch werden der Zweck des Kapitalpolsters und die Rolle des Indikators von einigen Kommentatoren missverstanden. Historisch gesehen ist die Lücke im Verhältnis Kreditvolumen/BIP in zahlreichen Ländern und für etliche Krisen ein robuster Einzelindikator für das Entstehen von Schwachstelllen im Finanzsystem gewesen. Ihre Aufgabe besteht folglich darin, eine Grundlage für die Entscheidung der Aufsichtsinstanzen zu liefern, wie und wann die antizyklischen Kapitalpolster vorzuschreiben sind, und nicht, diese Entscheidung zu diktieren. More in English...
Non-deliverable Forwards im Jahr 2013 und in Zukunft
Non-deliverable Forwards (NDF, Terminkontrakte ohne Lieferung) ermöglichen Anlegern und Schuldnern, Positionen in Währungen einzugehen, die staatlich kontrolliert werden. Der NDF-Umsatz ist in den vergangenen Jahren gestiegen, da Gebietsfremde diese Geschäfte nutzen, um ihre wachsenden Bestände an Anleihen in Landeswährung abzusichern. Die Preisbildung am Terminmarkt mit und ohne Lieferung ist segmentiert, und in Krisenzeiten sind NDF massgebend. Im Zuge einer Marktliberalisierung treten NDF-Märkte erfahrungsgemäss wieder Schritt für Schritt in den Hintergrund. Künftig könnte eine Marktzentralisierung allerdings dafür sorgen, dass die Kosten für ihre Aufrechterhaltung geringer werden. In einem besonderen Fall zeigt sich, wie offshore gehandelte Renminbi-Terminkontrakte mit Lieferung gegenüber den etablierten NDF an Boden gewinnen. More in English...
Forderungen von Nicht-US-Banken gegenüber der Federal Reserve
US-Tochtergesellschaften von Nicht-US-Banken halten rund die Hälfte der Forderungen gegenüber der Federal Reserve, die zur Finanzierung von deren grossvolumigen Anleiheankäufen entstanden sind. Dabei schalteten diese Töchter weitgehend nicht versicherte Zweigstellen ein, die von einer neuen Gebühr der US-Bundeseinlagenversicherungsanstalt (Federal Deposit Insurance Corporation) auf Kapitalmarktfinanzierungen von in den USA zugelassenen Banken nicht betroffen sind. Diese Zweigstellen besorgten sich die nötigen Finanzmittel bei Konzerngesellschaften im Ausland. Überraschenderweise zogen die umfangreichen Anleihekäufe der Federal Reserve Dollar-Finanzierungen aus dem Eurodollarmarkt in die USA. Auf konsolidierter Basis besorgten sich Nicht-US-Banken Dollar, indem sie andere Währungen tauschten und ihre Dollar-Verbindlichkeiten aufstockten - zugleich erhöhten sie aber auch ihre Dollar-Forderungen ausserhalb der USA. Insgesamt veranlassten scheinbar geringe nationale Unterschiede bei den Aufsichtsvorschriften die internationalen Banken, erhebliche Anpassungen ihrer Bilanzen vorzunehmen. Künftig könnte eine umfangreiche Verlagerung der Verbindlichkeiten der Federal Reserve von Bankreserven zu Reverse-Repo-Geschäften mit Nichtbanken wiederum zu Veränderungen der globalen Dollarmittelflüsse führen. More in English...

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