Märkte im Bann der geldpolitischen Lockerung

3. Juni 2013

Die nach wie vor expansive Geldpolitik trug dazu bei, dass die Marktteilnehmer Anzeichen einer weltweiten Konjunkturabkühlung ausblendeten. Die Welle negativer Wirtschaftsnachrichten von Mitte März bis Mitte April vermochte den Aufwärtstrend der Aktienkurse in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften nicht zu brechen. Eine weitere geldpolitische Lockerung, auf die Anfang Mai sogleich bessere Aussichten für die US-Wirtschaft folgten, hellte die Marktstimmung auf und trieb die wichtigsten Aktienindizes auf neue Höchststände.

Im April überraschte die Bank of Japan die Märkte, als sie ein ehrgeiziges neues Rahmenprogramm zur geldpolitischen Lockerung vorstellte. Sie löste damit ein Hochschnellen der Aktienkurse und eine Abschwächung des Wechselkurses aus. Doch der rasante Kursanstieg machte die Aktienbewertungen anfällig gegenüber Stimmungsumschwüngen, wie die jüngste Phase der Volatilität zeigt. Die Ankün-digung führte überdies zu starken Kursbewegungen am Markt für japanische Staatsanleihen, da die Anleger die Auswirkungen der Käufe durch die Notenbank auf die Renditen gegen die Erwartung eines künftigen Inflationsanstiegs abwogen.

Die neue Runde der geldpolitischen Lockerung in den wichtigsten Währungsräumen übertrug sich auf die Finanzmärkte rund um den Globus. Weil die Renditen an den wichtigsten Anleihemärkten Rekordtiefstände erreichten, wandten sich die Anleger europäischen Anleihen geringerer Bonität, Titeln aufstrebender Volkswirtschaften und Unternehmensanleihen zu, um Renditen zu erzielen.