Die globale Produktionslücke: Messprobleme und regionale Diskrepanzen

6. Juni 2011

Petra Gerlach

Die globale Produktionslücke ist anscheinend negativ, aber dabei, sich zu schliessen. Gemäss strukturellen Schätzungen ist die Kapazitätsunterauslastung immer noch gross, vor allem in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Dieser Messansatz überschätzt jedoch möglicherweise das Produktionspotenzial, indem er beispielsweise nicht berücksichtigt, dass sich gewisse Investitionen als unproduktiv erweisen können. Rein statistische Schätzungen dagegen deuten darauf hin, dass sich die globale Produktionslücke bereits geschlossen hat, sowohl in den fortgeschrittenen als auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften. Allerdings stellt sich bei diesem Schätzverfahren das Problem der Verzerrung am Schluss der Zeitreihe („end-point"-Problem). Dieses führt dazu, dass sie allzu oft eine geschlossene Produktionslücke zum jeweils letzten Erhebungszeitpunkt signalisieren.

JEL- Klassifizierung: E32