Makro-Stresstests und Krisen: Was können wir lernen?

7. Dezember 2009

 

Von den Makro-Stresstests, die vor der gegenwärtigen Krise durchgeführt wurden, deckte kaum einer erhebliche Schwachstellen auf. In diesem Artikel werden die Gründe für das schlechte Abschneiden dieser Tests untersucht. Hierzu werden für eine grosse Stichprobe historischer Bankenkrisen die Ergebnisse einfacher Stresstests mit den tatsächlichen Ereignissen verglichen. Es zeigt sich klar, dass die strukturellen Annahmen, die den Stresstestmodellen zugrunde liegen, nicht dem Wirtschaftswachstum um den Zeitpunkt zahlreicher Krisen herum entsprechen. Wenn zudem die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht schon vor Ausbruch der Krise schwach sind, ist die überwiegende Mehrheit der auf historischen Daten beruhenden Krisenszenarien nicht rigide genug. Überdies sind die Stresstestmodelle nicht robust, da sich die statistischen Korrelationen in Krisenzeiten oft nicht aufrechterhalten lassen. Diese Erkenntnisse haben erhebliche Konsequenzen für die zukünftige Gestaltung und Durchführung von Stresstests.

JEL- Klassifizierung: E44, G01, G17.