IV. Geldpolitik: mehr Lockerung, weniger Spielraum

26. Juni 2016

Die Geldpolitik blieb im vergangenen Jahr außerordentlich akkommodierend, während der Handlungsspielraum schwand und eine weitere Verzögerung der geldpolitischen Normalisierung wahrscheinlicher wurde. Vor dem Hintergrund divergierender geldpolitischer Maßnahmen in den wichtigsten fortgeschrittenen Volkswirtschaften hielten einige Zentralbanken an ihren historisch niedrigen Zinsen fest und weiteten ihre Bilanzen noch weiter aus. Die Entwicklung der Inflation spielte bei den geldpolitischen Entscheidungen eine wichtige Rolle, da Wechselkursschwankungen und sinkende Rohstoffpreise sich auf die Gesamtinflation auswirkten. Gleichzeitig mussten die Zentralbanken gegenläufige inflationäre Strömungen berücksichtigen, für die eine Mischung aus zyklischen und langfristigen Faktoren verantwortlich war, wobei Letztere die Kerninflation weiter in Zaum hielten. Eine weitere Herausforderung für die Zentralbanken war die Besorgnis darüber, dass die inländischen Transmissionskanäle der Geldpolitik scheinbar an Effektivität verloren hatten. Entsprechend nahm die Bedeutung externer Kanäle zu, doch bargen diese auch zusätzliche Risiken für die Preis- und die Finanzstabilität. Ganz allgemein machten die zunehmenden Spannungen zwischen Preis- und Finanzstabilität deutlich, dass sowohl nationalen als auch internationalen Finanzstabilitätsüberlegungen in den gegenwärtigen geldpolitischen Handlungsrahmen mehr Gewicht eingeräumt werden muss. Es wurden überdies Fortschritte gemacht, was das Verständnis der damit verbundenen Zielkonflikte und die Umsetzung eines solchen Handlungsrahmens angeht.