V. Geldpolitik tut sich schwer mit Normalisierung

29. Juni 2014

Die Geldpolitik blieb angesichts zahlreicher bedeutender Herausforderungen sehr locker. Erstens hatten die Zentralbanken in den großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften mit einer ungewöhnlich schleppenden Erholung und Anzeichen einer nachlassenden Wirksamkeit der Geldpolitik zu kämpfen. Zweitens machten den aufstrebenden Volkswirtschaften und kleinen offenen fortgeschrittenen Volkswirtschaften Marktturbulenzen und Übertragungseffekte aufgrund der Geldpolitik der großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften zu schaffen. In Letzteren könnte die Geldpolitik den Auswirkungen ihrer Maßnahmen auf andere Länder und etwaigen Rückkopplungseffekten daraus noch vermehrt Rechnung tragen. Drittens standen verschiedene Zentralbanken vor dem Problem, wie sie mit der unerwarteten Dis- inflation am besten umgehen sollten. Hier gilt es genau abzuwägen, welche Kräfte wie lange am Werk sein dürften. Es gilt auch zu berücksichtigen, dass die Wirkung der Geldpolitik nachgelassen hat und dass geldpolitische Maßnahmen Nebeneffekte haben. Ein großes Thema ist viertens schließlich die Frage, wann der richtige Zeitpunkt zur Normalisierung der Geldpolitik gekommen und welches das richtige Tempo dafür wäre. Der Ausstieg dürfte sich als komplex erweisen und alles andere als problemlos verlaufen, unabhängig davon, wie er kommuniziert wird. Und die Gefahr, dass die Normalisierung zu spät und zu langsam erfolgt, sollte nicht unterschätzt werden.