Auswirkungen der Krise auf die aufstrebenden Volkswirtschaften

29. Juni 2009

Die aufstrebenden Volkswirtschaften erwiesen sich anfänglich gegenüber der Finanzkrise als sehr widerstandsfähig. Grundsätzlich machte die hohe wirtschaftliche und finanzielle Integration, von der lange Zeit starke Wachstumsimpulse ausgingen, diese Volkswirtschaften anfällig gegenüber einer plötzlichen Umkehr der Kapitalströme und einem Rückgang der Nachfrage nach ihren Exporten. Doch Länder mit einer anhaltend umsichtigen Wirtschaftspolitik und niedriger öffentlicher Verschuldung - beispielsweise in Asien und in Teilen Lateinamerikas - können immer noch flexibel auf die Krise reagieren. Andere Länder hingegen sind aufgrund hoher Leistungsbilanzdefizite bzw. des Trends zur Fremdwährungskreditvergabe im Bankensektor und der daraus resultierenden Schwierigkeiten auf internationalen Beistand angewiesen. Zwei Problemen gilt nun in den aufstrebenden Volkswirtschaften besondere Aufmerksamkeit: Das eine ist das Risiko, dass die Stärke des Abschwungs eine Erholung der Kapitalströme behindert und damit das Wachstum weiter schwächt. Das zweite ist die Frage, ob neue Initiativen, die den Zugang zu Auslandsfinanzierungen über offizielle Kanäle erleichtern sollen, dazu beitragen könnten, die Abhängigkeit von einer kostspieligen Währungsreservenakkumulierung zu verringern.