Ansprache des Präsident der BIZ anlässlich der ordentlichen Generalversammlung der Bank

27. Juni 2005

Ansprache von Nout Wellink

Vorsitzender des Verwaltungsrats und Präsident der BIZ

anlässlich der 75. ordentlichen Generalversammlung der Bank am 27. Juni 2005 in Basel

Meine Damen und Herren

Es ist mir eine große Ehre und ein Vergnügen, diese Sitzung zu eröffnen und Sie alle zu diesem besonderen Anlass der 75. ordentlichen Generalversammlung der BIZ herzlich willkommen zu heißen: die Delegierten unserer Aktionärszentralbanken, die Vertreter anderer Zentralbanken und internationaler Organisationen sowie natürlich unsere hohen Gäste aus der internationalen Banken- und Finanzwelt.

Bevor uns Malcolm Knight gleich von der Tätigkeit der BIZ im vergangenen Jahr berichtet, möchte ich einige Worte über die Weltwirtschaft sagen.

* * *

In vielerlei Hinsicht hat sich die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr äußerst positiv entwickelt, und trotz des drastischen und nachhaltigen Anstiegs der Ölpreise hat sie sich als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen. Mit einem globalen Wachstum von fast 5% war 2004 das beste Jahr seit fast drei Jahrzehnten. Insbesondere die aufstrebenden Volkswirtschaften entwickelten sich sehr dynamisch. Die unbereinigte Inflationsrate zog in mehreren Ländern leicht an, aber die Kerninflation blieb generell gedämpft. Von den Energiepreisen ging ein viel geringerer Überwälzeffekt aus als bei früheren Höhenflügen der Ölpreise. Die Finanzinstitute auf der ganzen Welt schließlich verzeichneten zum Teil ihre besten Ergebnisse seit Jahren.

Nach diesen Maßstäben gemessen, erscheinen die kurzfristigen Aussichten insgesamt günstig. Trotz der unsichereren Perspektiven für den Euro-Raum wird erwartet, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum 2005 nur leicht verlangsamt und die Unterauslastung der Kapazitäten weiter abnimmt. Die Inflationsaussichten verlangen auch künftig nach Wachsamkeit, aber bei fest verankerten Inflationserwartungen und einem gedämpften Lohndruck gehen die Prognosen allgemein davon aus, dass die Inflation unter Kontrolle bleibt. Die Stärke der Bankensysteme deutet generell darauf hin, dass die Institute gut positioniert sind, um die Expansion weiterhin zu unterstützen. Zudem dürften etliche aufstrebende Volkswirtschaften dank ihrer wirtschafts- und strukturpolitischen Fortschritte der letzten Jahre weniger anfällig gegenüber unvorhergesehenen externen Entwicklungen sein.

Was sind die Gründe für diese verhältnismäßig positive Entwicklung? Und wie nachhaltig ist sie?

Aus längerfristiger Perspektive betrachtet, haben wir in letzter Zeit gewissermaßen die Früchte der besseren Wirtschafts- und Strukturpolitik geerntet, die seit mindestens Anfang der 1990er Jahre verfolgt wird.

Auf struktureller Ebene ist ein Großteil des Erfolgs – trotz erheblicher Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern, auf die ich in Kürze zurückkommen werde – auf die größere Akzeptanz marktwirtschaftlicher Grundsätze und die damit verbundene Welle der Deregulierung in der Weltwirtschaft zurückzuführen. Damit wurde in der Finanz- und der Realwirtschaft gleichermaßen eine neue historische Phase der Globalisierung und Innovation eingeläutet, in mancher Hinsicht vergleichbar mit der Ära des Goldstandards vor fast einem Jahrhundert, jedoch sicherlich mit weiterreichenden Folgen. Dieser Deregulierungsschub hat für deutlich mehr Effizienz gesorgt, das weltweite Wachstumspotenzial angehoben und – durch leichteren Marktzugang sowohl auf der Angebotsseite als auch auf der Nachfrageseite – den Preisdruck tendenziell gesenkt.

Auf wirtschaftlicher Ebene hat eine bessere Geldpolitik dazu beigetragen, dass sich das Engagement der Zentralbanken für die Inflationsbekämpfung glaubwürdig etabliert hat. Es zeigt sich daran, dass die geldpolitischen Mandate ganz konkret auf Preisstabilität ausgerichtet sind, und es wird durch den Trend zu größerer Unabhängigkeit der Zentralbanken untermauert. Im Vertrauen darauf, dass die Zentralbanken keine Wiederholung der traumatischen Inflationserfahrungen der 1970er und 1980er Jahre zulassen werden, können die Marktteilnehmer nun vorausschauender planen. Außerdem haben sich die Inflationsaufschläge entsprechend verringert, und die höhere Qualität der Preissignale hat eine effizientere Verteilung der Ressourcen ermöglicht.

Unter diesem Blickwinkel scheinen die Aussichten für ein inflationsfreies, langfristiges Wachstum günstig. Wenn man jedoch genauer hinschaut, sind einige beunruhigendere Faktoren zu erkennen, die zur Vorsicht mahnen. Lassen Sie mich drei dieser Faktoren hervorheben, die sich in der Phase der Erholung seit dem Wirtschaftsabschwung zu Beginn des Jahrzehnts herauskristallisiert haben.

Erstens sind Nachfrage und Wachstum weltweit sehr ungleich verteilt. Auf der einen Seite befinden sich die USA und die aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens, die sehr rasch gewachsen sind: Fast die Hälfte des Weltwirtschaftswachstums seit 2001 entfällt allein auf die USA und China. Auf der anderen Seite stehen der Euro-Raum und Japan mit ihrem deutlich verhalteneren Wachstum. Dies hat zu immer größeren Leistungsbilanzungleichgewichten zwischen den Regionen beigetragen. Insbesondere das US-Leistungsbilanzdefizit erreichte – trotz einer erheblichen effektiven Abwertung des Dollars seit Ende 2002 – im letzten Jahr beispiellose 5,7% des BIP. Setzt sich der gegenwärtige Trend fort, dürfte es sich sogar noch weiter erhöhen.

Zweitens steht hinter der Weltnachfrage keine ideale Ausgabenstruktur. Auch wenn zwischen den einzelnen Ländern Unterschiede bestehen, hat die Nachfrage der privaten Haushalte (einschl. Investitionen in Wohnimmobilien) die Wirtschaft nicht nur in der Abschwungphase gestützt, sondern ist auch danach sehr kräftig geblieben. Allein in den Industrieländern war sie von 2001 bis 2004 schätzungsweise für 80% des Wachstums verantwortlich. Teils als logische Folge ist die Verschuldung der privaten Haushalte in Relation zu ihrem Einkommen in vielen Industrieländern und aufstrebenden Volkswirtschaften auf ein nie erreichtes Niveau angestiegen, gestützt durch ungewöhnlich hohe Preise für Wohneigentum. Dagegen waren die Anlageinvestitionen der Unternehmen relativ schwach und trugen im selben Zeitraum nur 3% zum Wachstum der Weltwirtschaft bei. Auch ist trotz dynamischer Unternehmensgewinne und jüngster Anzeichen einer Belebung in den USA eine kontinuierliche Erholung der weltweiten Investitionen nicht gesichert. China stellt mit einer nachhaltigen Investitionsquote von ungefähr der Hälfte des BIP eine wichtige Ausnahme dar; allerdings werfen die Qualität der Finanzintermediation und die Größe des öffentlichen Sektors in China Fragen über die Effizienz dieser Kapitalakkumulation auf.

Drittens haben kräftige staatliche Impulse die Stärke der wirtschaftlichen Erholung entscheidend beeinflusst, und diese Impulse werden irgendwann entweder von selbst nachlassen oder zurückgenommen werden müssen. In etlichen wichtigen Industrieländern, nicht zuletzt in den USA, hat sich die Haushaltslage massiv verschlechtert, und zwar weit mehr, als sich durch die konjunkturelle Lage erklären lässt. Dies stellt die mittelfristige Tragfähigkeit der Haushaltssalden infrage. Auch die Geldpolitik war – und ist generell immer noch – sehr akkommodierend. Die inflationsbereinigten Leitzinsen waren seit Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre nicht mehr in so vielen Ländern über derart lange Zeit so niedrig. Vielerorts, u.a. in den USA, im Euro-Raum und in weiten Teilen Asiens, bewegen sie sich um null, und in anderen Ländern liegen sie in der Regel nach wie vor deutlich unter den Schätzungen für das langfristig neutrale Niveau. In Japan sind die nominalen Leitzinsen nun bereits seit einigen Jahren bei null. Diese ungewöhnliche Konstellation stellt teilweise eine Reaktion auf die Wachstumsverlangsamung zu Beginn des Jahrzehnts dar, als die Blase an den Aktienmärkten platzte und die Investitionen einbrachen. Ein weiterer Grund sind die Bemühungen mehrerer Länder, sich gegen eine Aufwertung ihrer Währung zu stemmen, teilweise unterstützt durch beispiellose Interventionen an den Devisenmärkten. Die geldpolitischen Impulse dürften ihrerseits zu dem allgemeinen Renditestreben beigetragen haben, das außerordentlich akkommodierende Bedingungen an den Finanzmärkten und übermäßig steigende Immobilienpreise nach sich zog. Die mittelfristigen Konsequenzen sind schwer abzuschätzen.

Vor diesem Hintergrund besteht die kurzfristige Herausforderung darin, diese drei Risikoquellen für die nachhaltige Entwicklung anzugehen, ohne dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft dabei merklich abschwächt. Ohne rechtzeitiges wirtschafts- bzw. geldpolitisches Eingreifen besteht die Gefahr, dass es zu einem späteren Zeitpunkt zu einer marktinduzierten Anpassung kommt, die größere Beeinträchtigungen mit sich bringt. Mindestens fünf Bereiche verlangen Aufmerksamkeit.

Der erste Bereich ist die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte dort, wo die mittelfristigen Trends beunruhigend sind. Dies würde Raum für private Investitionen schaffen, wodurch die günstigeren Bedingungen der frühen 1990er Jahre wiederhergestellt würden, und das Risiko einer verzögerten, aber dauerhaften Erhöhung der langfristigen Realzinsen würde begrenzt. Dort, wo die Inlandsnachfrage stärker gewachsen ist als das Angebot, hätte eine Haushaltskonsolidierung überdies einen günstigen Effekt auf die Leistungsbilanz. Dem Abbau des Zwillingsdefizits in den USA kommt in diesem Zusammenhang entscheidende Bedeutung zu.

Der zweite Bereich sind – so die Umstände es erlauben – weitere Fortschritte bei der Rückführung der Geldpolitik auf einen neutraleren Kurs. Damit wäre es für die privaten Haushalte weniger attraktiv, sich weiter zu verschulden, und die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten würde sinken.

Der dritte Bereich ist eine größere Wechselkursflexibilität, insbesondere in Asien. Sie würde eine sinnvolle geografische Umschichtung von Nachfrage und Wachstum in der Weltwirtschaft unterstützen und dabei die Leistungsbilanzungleichgewichte reduzieren, und sie würde das Risiko begrenzen, dass Volkswirtschaften mit flexibleren Wechselkursen eine überhöhte Anpassungslast zufällt. Darüber hinaus könnte sie zu einem nachhaltigeren Inlandswachstum in den Ländern beitragen, die Anzeichen einer unausgewogenen Expansion erkennen lassen. Hier fällt China eine Schlüsselrolle zu.

Der vierte Bereich sind realwirtschaftliche Strukturmaßnahmen, und zwar insbesondere dort, wo sich marktwirtschaftliche Prinzipien noch nicht hinreichend durchgesetzt haben. Eine größere Flexibilität der Arbeits- und Gütermärkte ist sehr wichtig, denn sie würde dazu beitragen, das Wachstumspotenzial langsamer wachsender Volkswirtschaften anzuheben. Darüber hinaus würde sie – vor allem bei einer erfolgreichen Beseitigung von Rigiditäten in den weniger handelsorientierten Sektoren der Überschussländer – die Behebung der weltweiten Ungleichgewichte unterstützen. In dieser Hinsicht sind namentlich Kontinentaleuropa und Japan gefordert.

Der fünfte Bereich ist die weitere Reduzierung der Schwachstellen in den aufstrebenden Volkswirtschaften, wobei die augenblicklich äußerst günstigen externen Rahmenbedingungen genutzt werden könnten. Dadurch wäre das Risiko geringer, dass durch Probleme in den aufstrebenden Volkswirtschaften die Erholung der Weltwirtschaft aus der Bahn gerät oder eine Abschwächung verschlimmert wird. Dabei gilt es umsichtige fiskalpolitische wie monetäre Maßnahmen mit Schritten zur Überwindung der verbleibenden strukturellen Schwachstellen zu kombinieren. Im Finanzsektor z.B. gilt es die aufsichtsrechtlichen Schutzvorkehrungen zu verbessern, den Einfluss des Staates zu verringern und die bisherigen Fortschritte bei der Behebung von Währungsinkongruenzen zu konsolidieren.

Gleichzeitig erschweren eine Reihe ökonomischer und politischer Faktoren die genaue Ausgestaltung dieser Maßnahmen. Betrachten wir sie der Reihe nach.

Die ökonomischen Faktoren variieren je nach Region. Im Euro-Raum und Japan etwa könnte die notwendige mittelfristige Haushaltskonsolidierung unwillkommene vorübergehende Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit haben. Darüber hinaus besteht kaum Spielraum, um etwaigen externen Bremseffekten entgegenzuwirken. In Asien und insbesondere in China dürften geringe Wechselkursanpassungen allein nicht viel zu einem globalen Ausgleich beitragen und könnten den spekulativen Druck sogar erhöhen; umfangreiche Anpassungen dagegen würden von der heimischen Wirtschaft womöglich kaum absorbiert. Allgemein betrachtet könnten die hohe Verschuldung der privaten Haushalte, die überhöhten Wohnimmobilienpreise und die Anzeichen von übermäßiger Risikobereitschaft an den Finanzmärkten es den Zentralbanken erschweren, die Leitzinsen auf ein üblicheres Niveau heraufzuführen, ohne dass unerwünschte Folgen zu befürchten sind. Die jüngste Ausweitung von Kreditrisikoprämien beispielsweise war im Ergebnis zwar geordnet und erwünscht, doch es verbleiben Unsicherheiten, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Aktivitäten fremdfinanzierter Marktteilnehmer und der rasanten Ausbreitung von Produkten zum Kreditrisikotransfer in den vergangenen Jahren. Würden die Preise von Wohnimmobilien sinken, wäre außerdem sorgfältig zu beobachten, wie die Ausgaben der privaten Haushalte reagieren.

Die politischen Faktoren sind nicht weniger gewichtig. Erstens besteht weiterhin massiver Widerstand gegen die notwendige Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und gegen eine strukturelle Liberalisierung. So sind die Aussichten für eine Reduzierung des US-Haushaltsdefizits nicht sehr ermutigend. In Europa wurden die Schwierigkeiten mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt und die Hindernisse für die Dienstleistungsrichtlinie nur allzu deutlich. Auch in Japan wurden Reformen durch politischen Widerstand behindert. Zweitens besteht in den aufstrebenden Volkswirtschaften eindeutig das Risiko, dass sich die Länder angesichts der derzeit günstigen globalen Rahmenbedingungen in falscher Sicherheit wiegen und darüber die Reformen vernachlässigt werden. Drittens schließlich sind besorgniserregende Anzeichen eines wachsenden Protektionismus erkennbar, insbesondere als Reaktion auf Chinas anschwellende Exporte.

Die Verantwortlichen sind auf kurze Sicht nicht zuletzt deshalb mit diesen Hindernissen konfrontiert, weil sie sich zwei grundlegenderen längerfristigen Herausforderungen nicht mit aller Konsequenz gestellt haben.

Die erste Herausforderung sind die bedeutenden Verschiebungen in der weltweiten Produktionsstruktur, die notwendig sind, damit sich der Nutzen der Integration potenzieller Schwergewichte wie China und Indien in die Weltwirtschaft entfalten kann. Ganz entscheidend sind hier flexible Arbeits- und Gütermärkte, damit sich die Anpassung reibungslos vollziehen kann, und der politische Wille, die erforderlichen Verschiebungen zu unterstützen. Dies erklärt die Bedenken über die verhältnismäßige Rigidität einiger wichtiger Wirtschaftsräume, insbesondere des Euro-Raums.

Die zweite längerfristige Herausforderung besteht darin, die potenziellen Auswirkungen auf die Dynamik der Weltwirtschaft besser zu verstehen, die sich aus dem neuen Umfeld ergeben – einem Umfeld, das geprägt wird durch ein gestiegenes Wachstumspotenzial und Produktivitätsfortschritte im Zuge der Globalisierung, durch eine solide Glaubwürdigkeit bei der Inflationsbekämpfung und durch liberalisierte Finanzmärkte. Die Frage ist, ob ein solches Umfeld womöglich nicht nur die mittelfristigen Inflationsrisiken reduziert, sondern zugleich das Risiko von nicht tragfähigen expansiven Entwicklungen entstehen lässt, die durch exzessive Verschuldung und übermäßige Preisanstiege bei den Vermögenswerten gekennzeichnet sind, sowohl innerhalb der einzelnen Länder als auch über die Ländergrenzen hinaus. Dies könnte der Fall sein, wenn das Wachstum des Angebotspotenzials einen mittelfristigen disinflationären Druck bewirken und die Erwartung langfristiger Einkommenssteigerungen hervorrufen würde. Das Risiko einer nicht tragfähigen Entwicklung bestünde aber auch dann, wenn die Finanzmärkte eine Expansion unterstützten, indem sie die für den Anstieg der Vermögenspreise und das Ausgabenwachstum erforderliche Liquidität spontan bereitstellen, oder wenn die Glaubwürdigkeit der Inflationsbekämpfung dazu beitragen würde, eine spürbare Inflation und damit die Notwendigkeit einer geldpolitischen Straffung hinauszuzögern. Belege für eine solche Dynamik finden sich sowohl in den Konjunkturzyklen in Japan, Ostasien und den USA seit den 1980er Jahren als auch im derzeitigen Aufschwung in China und der Weltwirtschaft insgesamt. So erklärt sich auch die weltweite Koexistenz von ungewöhnlich niedrigen Leitzinsen mit nur vereinzelten Zeichen von spürbarem Inflationsdruck, jedoch vielen deutlichen Hinweisen auf Überschwang an den Finanzmärkten. Bedenken wegen einer Überbeanspruchung der Finanzmärkte könnten die Durchführung der Geldpolitik erschweren.

Die Entwicklung der Weltwirtschaft in den kommenden Jahren wird zu einem guten Teil davon abhängen, wie diese beiden Herausforderungen gemeistert werden. Wie im Jahresbericht dargelegt, könnte dies eine Kombination altbewährter und neuartiger Methoden erfordern, basierend auf einem gezielt längerfristig ausgelegten Handlungsrahmen und einer engeren Kooperation zwischen den Währungs- und Aufsichtsbehörden. Auch der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit kommt bei der Suche nach geeigneten Lösungen entscheidende Bedeutung zu. Die BIZ wird weiterhin ihre Aufgabe bei der Förderung dieser internationalen Zusammenarbeit wahrnehmen, so, wie sie es seit ihrer Gründung vor 75 Jahren tut.

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Damit, meine Damen und Herren, bin ich am Ende meiner kurzen Ausführungen angelangt. Es bleibt mir nur noch zu erwähnen, dass es seit der Generalversammlung 2004 im Verwaltungsrat keine personellen Änderungen gegeben hat.

Und nun übergebe ich an den Generaldirektor, Malcolm Knight. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.